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Der Mensch in Gesundheit und Krankheit

Wer oder was ist eigentlich der Mensch? Was verstehen wir unter Leib, Seele und Geist und in welcher Weise können wir an uns selbst diese Dimensionen des Menschseins erfahren? Wie können wir das Phänomen des Krankseins verstehen und wo finden wir die Kräfte der Gesundung? Wir erarbeiten die anthroposophische Menschenkunde, insbesondere die sogenannten vier Wesensglieder, die funktionelle Dreigliederung und die entsprechenden individuellen Konstitutionen und Temperamente. Im klinischen Zusammenhang erweitert sich dadurch das Krankheitsverständnis, was wir anhand der großen Organsysteme (Darm, Herz, Lunge, Niere, Gehirn, Leber, Milz) entwickeln. Dadurch ergeben sich eine Vielzahl neuer therapeutischer Ansätze ergeben. Praktisch findet die anthroposophische Menschenkunde ihre Anwendung in einer Erweiterung von Anamnese, Befunderhebung und Diagnosestellung. Zudem wird versucht das Krankheitsgeschehen mit dem psychosozialen Hintergrund und der individuellen Biografie des Patienten zu ergänzen.


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Von der Natur Zum Heilmittel | Therapie

Neben der Erkenntnis des Menschenwesens bedarf der Arzt und die Ärztin ein Verständnis für die feineren Vorgänge von Natur und Kosmos. Das Studium der Naturreiche und der vier Elemente eröffnet eine Welt voller heilsamer Substanzen und hat zugleich eine gesundende Wirkung auf den Studierenden. Die anthroposophische Naturerkenntnis kann zur Grundlage für die Erkenntnis neuer Heilmittel werden, so dass die schulmedizinischen Konzepte integrativ ergänzt werden. Praktisch werden in diesem Strang z.B. in Kleingruppen Pflanzen in Hinblick auf ihre mögliche therapeutische Wirkung in der Natur beboachtet und deren pharmzeutische Verarbeitung studiert. Besonders intensiv ist dies während einer ganzen „Heilmittelwoche“ in den Schweizer Bergen möglich. Die Teilnehmer beschäftigen sich dann täglich mit dort ansässigen Heilpflanze und lernen pharmazeutische Verarbeitungsverfahren wie Verreibungen, Destillationen oder Decoct selbständig kennen.


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Vom Mediziner zum Arzt | Wege innerer Entwicklung

Der ärztliche Beruf konfrontiert uns stets mit der Frage nach einem heilsamen Umgang mit Krankheit, Schicksal und Tod. Wie findet man hier das Gute? Wie werde ich ein guter Arzt, eine gute Ärztin? Neben dem fachlichen Wissenserwerb und der sozialen Kompetenz eröffnet die Anthroposophische Medizin Möglichkeiten zur Ausbildung innerer Fähigkeiten. Ärztliche Intuition im Sinne einer verstärkten Wahrnehmungs- und Urteilsfähigkeit, einer Belebung des Gefühls und einer Erkraftung des Willens zur selbständigen Verantwortung stehen dabei im Zentrum. Sie fördern die innere Freiheit des Übenden. Die innere Arbeit an sich selbst steht im Mittelpunkt des ersten Ausbildungsjahres, wobei den Teilnehmern freilassend Impulse gegeben werden sich mit den Übungen und Meditationen zu beschäftigen. Im zweiten Ausbildungsjahr kommt die meditative Vertiefung medizinischer und therapeutischer Inhalte dazu. Umso mehr der Mensch für seine eigene spirituelle Dimension erwacht, desto mehr mag diese auch am Patient erlebbar und in der Diagnose und Therapie fruchtbar werden.


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Soziale Kompetenz | wirksam werden für das Gute

Eine menschliche Medizin beruht auf der Ausbildung zwischenmenschlicher Kompetenz. In jeder Begegnung mit unseren Patienten sind Fähigkeiten der Achtsamkeit, des Zuhörens, des Mitgefühls und der bewussten Gesprächsgestaltung entscheidend. Aber auch die Arbeit im interdisziplinär-therapeutischen Team wird umso heilsamer sein, wenn der Einzelne die Gesichtspunkte der Anderen erkennt und man sich gegenseitig unterstützt. Gesellschaftlich entfaltet sich das soziale Miteinander in der Verwirklichung eines echten Gesundheitswesens, das den individuellen Patienten in den Mittelpunkt stellt und die verschiedenen ambulanten und stationären Angebote, die Finanzierung und ein nachhaltiges Krankenkassensystem sinnvoll danach ausrichtet. Dieser Ausbildungsstrang möchte Mut machen zu einer Reflexion und Mitgestaltung unseres Gesundheitswesen. Wir möchten die Chancen einer fachübergreifenden und integrativen Zusammenarbeit und die Ausbildung zwischenmenschlicher Fähigkeiten im Sinne einer Herzensmedizin fördern. Ebenso sollen die Selbstreflektion und der Austausch der Teilnehmer untereinander zum Erkennen der eigenen Handlungsspielräume und Aktionsmöglichkeiten führen.